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Leben

Feiern nach dem Abi: Die unbeschwerte Zeit hat begonnen

Nach dem bestandenen Abitur ist die Zeit für Feiern und Partys gekommen. Im Netz wird das mit zahlreichen Hashtags zelebriert, doch was bleibt dabei ungesagt?

Anna Müller23. Juni 20262 Min. Lesezeit

Die Abiturprüfungen sind geschafft, die Zeugnisausgaben vorbei, und die Freude der frisch gebackenen Absolventen ist unübersehbar.

In vielen sozialen Medien wird das gefeiert, als wäre es der größte Sieg des Lebens. Der Hashtag #MissionAbi ist derzeit in aller Munde. Doch während der Jubel und die Partystimmung überhandnehmen, könnte man sich fragen: Was wird hier wirklich gefeiert?

Die Euphorie ist verständlich. Das Abitur eröffnet neue Wege, sei es im Studium oder im Beruf. Aber ist es nicht auch ein bisschen zu viel des Guten? Man könnte meinen, dass der Druck, der auf den Schülern lastet, in den letzten Jahren vielleicht nicht ausreichend reflektiert wird. Denkt man an die stressigen Nächte des Lernens und die Sorgen, ob man die Prüfungen bestehen würde, stellt sich die Frage, ob wir hier nicht eine leidenschaftliche Flucht aus der Realität inszenieren.

Die sozialen Netzwerke sind voll von Bildern der Feierlichkeiten, von bunten Ballons und fröhlichen Gesichtern. Aber wie viel von diesem Feiern ist tatsächlich authentisch? Stellt man fest, dass viele dieser Posts einen unerreichbaren Idealzustand abbilden, in dem jeder die perfekte Party feiert und jeder Moment nur noch nach Genuss und Leichtigkeit aussieht. Was ist mit denen, die nicht bestanden haben, oder mit denen, die sich unsicher fühlen? Wie sieht es mit den Sorgen um die Zukunft aus, die nach der Feierei zurückbleiben?

Es ist auch bemerkenswert, dass diese große Feierlaune oft die komplexen Emotionen überschatten kann, die mit dem Ende der Schulzeit einhergehen. Freundschaften verändern sich, alte Bindungen lösen sich auf, und viele müssen sich den realen Herausforderungen des Lebens stellen. Welche Rolle spielen diese Gedanken, während die Hashtags nur von Feiern und heiteren Momenten handeln? Wer spricht darüber, dass es nicht nur um den Erfolg geht, sondern auch um die Ängste und Unsicherheiten, die viele empfinden, wenn sie in die sogenannte „Erwachsenenwelt“ eintreten?

Man könnte auch die Frage stellen, wie nachhaltig diese Feiern sind. Ist das Wort „Feiern“ nicht oft ein Synonym für „fliehen“ in eine Welt, in der die Realität für einen Moment blass wird? Vielleicht wäre es sinnvoller, auch über die Herausforderungen zu sprechen, die mit dem Erwachsenwerden einhergehen, statt sie in bunten Bildern zu überdecken.

Sicherlich gibt es Anlass zur Freude und zum Feiern nach dem Abitur. Dennoch wäre es gut, auch die Klippen zu thematisieren, die sich vielerorts unter dem bunten Glanz verbergen. Denn das Leben ist nicht nur eine Party – auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als könnte es so sein.

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